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Positive Ansätze in der "Schulstadt" München trotz begrenzten Spielraums
Die Stadt München hat in der Bildungspolitik nur einen eingeschränkten Spielraum, den sie aber vorbildlich nutzt z.B. mit Schulsozialarbeit, Nachmittagsangeboten sowie Orientierungsstufe und Gesamtschule als Angebote, die Kindern länger Zeit zur schulischen Orientierung lässt. Die Landeskompetenz für den Lehrplan sowie die ausschließlich staatliche Trägerschaft für Grund- und Hauptschulen begrenzt zwar die Handlungsoptionen der Kommune.
Jedoch verfügt die "Schulstadt München" über eine ganze Reihe von Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen, trägt die Verantwortung für den vorschulischen Bereich (Kinderkrippen und Kindertagesstätten) sowie die Horte, engagiert sich in der Schulsozialarbeit und hat vielfältige Kooperationsansätze mit Grund- und Hauptschulen entwickelt. Das Pädagogische Institut des Münchner Schulreferats mit seinen Schwerpunkten Fortbildung, pädagogische Schulentwicklung und Schul- und Bildungsberatung ist in der Lage, innovative Ansätze zu entwickeln und zu fördern auch und insbesondere im Bereich des interkulturellen Lernens. Außerdem hat die Stelle für interkulturelle Zusammenarbeit etwa durch Projekte wie "Schule mal anders Eltern lernen Deutsch" auch an Volksschulen einiges für die Integration der Migrationsbevölkerung getan.
Weitere Reformanstrengungen in der Münchner Bildungslandschaft notwendig
Es wird viel getan. Doch zeigen die Ergebnisse der Pisa-Studie auch in München bestehende Defizite weiteren Handlungsbedarf.
Als beispielhafte Fakten seien genannt die Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern (nur 10%-iger Anteil an Gymnasien, jedoch 50%-iger Anteil an Hauptschulen sowie um das Dreifache höhere Quoten von Schulabgängern ohne Abschluss) sowie der vom Münchner Arbeitsamt prognostizierte Abbau von 50% der Stellen für ungelernte und angelernte Arbeiter in München in den nächsten Jahren.
Deshalb plädieren wir für eine weitere Verstärkung der bisherigen Anstrengungen (siehe Beschlussvorlage des Schulreferats), die zwar in die richtige Richtung gehen, aber noch nicht der Größe der Zukunftsherausforderung angemessen sind.
Die erschreckenden Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir in Deutschland eine Bildungsrevolution brauchen. Schulen dürfen sich nicht auf das Pauken von Lehrstoff beschränken, sondern müssen Grundfertigkeiten und Schlüsselkompetenzen in den Mittelpunkt stellen, sich der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit als Stadtteilschulen öffnen, benachteiligte Schülerinnen und Schüler insbesondere aus Migrantenfamilien besser fördern.
Die Münchner Grünen haben einen 10-Punkte-Katalog für die Kommune formuliert, in dem Folgerungen aus der Pisa-Studie gezogen werden, an denen sich grüne Rathausarbeit der nächsten Monate und Jahre orientieren wird. Dabei ist zu beachten, dass im Mittelpunkt nie nur die Schulform allein stehen kann, sondern im Zentrum immer der durch diese oft besser ermöglichte pädagogische Inhalt stehen muss.
Mehr Geld für Bildung!
Aus unserer Sicht ist das Engagement für die Bildung unserer Kinder eine weit wichtigere Investition in die Zukunft als Fußballstadion und Transrapid zusammen. Die von uns geforderten Anstrengungen können nicht allein aus dem Etat des Schulreferats bestritten werden (insbesondere nach den Beschlüssen des Stadtrats zur Haushaltskonsolidierung).
Mögliche Einsparpotentiale (etwa durch Überprüfung der Standards von Schulneu- und umbauten sowie der Auslastung von Schullandheimen und deren Grundstücksnutzung) werden höchstens ausreichen, die geforderten Sparziele zu erreichen, nicht aber ausreichend sein, weitere Gelder für die geforderten Maßnahmen freizumachen. Bildung ist Aufgabe der ganzen Stadtgesellschaft. Neben Eltern und Schulen müssen die ganze Gesellschaft, das Potential an bürgerschaftlichem Engagement vor Ort sowie die Ressourcen der Wirtschaft in Anspruch genommen werden. Daneben ist eine Neuverteilung der Einsparlasten der einzelnen Politikbereiche notwendig. Statt an den Kindern und ihrer Bildung zu sparen, sollte man z.B. noch intensiver als bisher unnötige Bürokratie und (auch indirekte) Subventionierung von nicht auf solche Leistungen angewiesene Wirtschaftsbereiche abbauen. Bildungsausgaben sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt!
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